Retroskeptive: Civilisation I

Retrospektive: Civilisation I (1991)

Willkommen bei der ersten Retrospektive für TheMadBrainz. Mein Name ist Mad. Heute beschäftigen wir uns mit Civilisation I (okay, das habt Ihr sicher auch schon bemerkt dadurch dass es ja im WordPressartikel auch drinnen steht…). Civilisation I wurde 1991 von Microprose entwickelt und vertrieben. In diesem Spiel beginnt Ihr mit einer Siedlereinheit um den Grundstein Eurer Zivilisation zu legen. Dabei könnt Ihr Euch zwischen 12 Zivilisationen entscheiden, die jeweils andere Eigenschaften und Starttechnologien haben. Nachdem Ihr Euren Siedler den Auftrag gegeben habt Eure Hauptstadt zu errichten könnt Ihr, nach ein paar Runden versteht sich, erstmalig eine Technologie erforschen lassen. Abhängig davon welche Startechnologien Eure Civilisation am Anfang habt, habt Ihr pro Spiel andere „Anfangs“technologien. Um Eurer Stadt nun aber Wachstum zu bringen empfiehlt es sich am Anfang die Technologie „Töpferei“ für die Kornkammer (die zwar jede Runde 1 Gold benötigt aber im Gegenzug verbraucht eine wachsende Stadt nach einem Wachstum nur 50% aller verfügbarer Nahrung, auch schützt die Kornkammer vor Hungernöten.) und nachher die Bronzeverarbeitung erforschen da dies die am Anfang sehr mächtigen Phalanx – Einheit ergibt die stark in der Verteidigung aber schwach im Angriff ist. Nach einigen Runden, und vielen immer wieder wiederholenden eingeblendeter Beratertipps, habt Ihr dann die Monarchie erfunden. Diese gibt Euch den Vorteil dass jede Einheit ab sofort nur mehr 1x Schild benötigt (außer die Karawane und der Diplomat da diese nie irgendwelche Unterstützung benötigt). Die Felder produzieren zwar normale Erträge, es gibt keine reduzierten Erträge mehr wie noch im Despotismus aber auf Handelsboni (wie in der Republik und Demokratie) muss man verzichten. 3 Militärische Einheiten führen das Kriegsrecht ein und machen je einen unglücklichen Bürger zufrieden.

Um den Fortschritt Eurer Civilisation zu sichern, müsst Ihr Forschen. Dies geschieht am Anfang eines Spieles nach einigen Jahren wenn der Technologieberater „bereit“ ist, solltet Ihr die Kopierschutzabfrage 2x falsch beantwortet haben so dauert es, meiner Meinung nach, etwas länger bis sich der Berater meldet. Doch sobald das Forschungsfenster auftaucht habt Ihr dann die Wahl welche Technologie Ihr erforschen wollt. Unten links gibt der Berater zur jeweiligen Situation dann einen Kommentar ab und empfiehlt Euch eine Forschung, die man, im meisten Falle, auch einfach so annehmen kann. Über die F6 Taste könnt Ihr die Forschungsseite aufrufen, welche Euch eine detaillierte Übersicht über die Technologien gibt die Ihr schon erforscht habt, sowie einen Fortschrittsbalken der Euch anzeigt wie weit Ihr schon mit der Technologie seid. Mit der ESC Taste kommt ihr dann wieder in den Hauptbildschirm zurück. Auf diesem seht Ihr dann, auf der linken Seite wo auch das Gold bzw. die Burg angezeigt wird, wie weit Eure Forschung schon ist (als Alternative anstatt jedes Mal in den Forschungsbildschirm zu gehen..). Symbolisiert wird dies durch eine Lampe, je voller diese ist desto weiter seid Ihr mit der Forschung. Ist die Lampe voll ist die Forschung abgeschlossen.
Ein weiterer Aspekt für den Fortschritt Eurer Civilisation sind die, eingangs schon erwähnten, Siedler. Mit diesen könnt Ihr nicht nur Städte gründen, sie sind auch dazu da um Verbesserungen zu erstellen. Die nützlichste aller Verbesserungen ist die Irrigation, auch Bewässerung genannt, welche einem Nahrungsfeld +1 Nahrung hinzufügt. Baut man hingegen auf einem freien Feld eine Straße steigert dies die Handelsleistung des jeweiligen Tiles. Neben Straßen und Bewässerung ist es auch möglich Minen und Fortifikation zu bauen. Ersteres ist auf Hügeln sehr nützlich da man dadurch mehr Schilder (= mehr Produktion) erhält. Mit Festungen kann man ein bestimmtes Tile verteidigen. Auf diesem Feld bekommen stationierte Einheiten (also Einheiten die mit dem Tastenkürzel „S“ für Sentry) einen Verteidigungsbonus von 100%. Die Voraussetzung für eine Festung ist nur die Technologie „Baugewerbe“.
Der dritte Grundpfeiler für eine Wachsende Civilisation sind Einheiten bzw. Armeen. Je weiter der Technologische Fortschritt ist, desto mächtigere Einheiten wird diese Civilisation erbauen können. Habt Ihr am Anfang einer Civ Runde gerade mal die Auswahl zwischen Milizen und Phalangen (manche Civ haben als Starttechnologie „Bronzeverarbeitung“) könnt Ihr nach der Erforschung der Eisenverarbeitung schon Legionen ( die ironischerweise als einzelne Einheit auf der Karte dargestellt werden). Mit dem Schießpulver könnt Ihr dann die ersten richtig guten und mächtigen Musketier Einheiten bauen. Auch wenn die Kampflogik von Civilisation I manchmal etwas zu wünschen übrig lässt (so kann es durchaus passieren das Ihr noch eine Milizeinheit über habt die von einer Schützeneinheiten angegriffen wird, aber durch irgendeinen Bug gewinnt dann die Miliz) ist der Kampf immer abhängig von einem Schere – Stein – Papier Prinzip. Wenn Ihr es mal schafft eine gegnerische Stadt einzunehmen, bekommt Ihr nicht nur einen kleinen Teil des Geldes welches sich in der Schatzkammer des Gegners befindet. Sondern auch Technologien welche Ihr noch nicht erforscht habt. Nach einiger Zeit könnt Ihr dann, Wehrpflicht sei Dank, endlich die stärksten Infanteristen im ganzen Spiel ausheben. Die Schützen. Diese sind den Musketen Einheiten um einiges überlegen (Wie der Verfasser dieses Artikels oftmals schon miterleben durfte…) und sind besonders wirksam in der Verteidigung.  Im Gegenzug dessen habt Ihr mit der Entwicklung der Mass Production (Massenproduktion) dann die Möglichkeit eine Mechanisierte Infanterie einzusetzen, die im Gegenstück zur Schützeneinheit, dann im Angriff besser ist ( 3 Angriff, 5 Verteidigung, 1 Geschwindigkeit (= 1 Tile pro Runde). Das Gegenstück zur Schützeneinheit ist die Mechanisierte Infanterie. Diese ist eine Vielseitig einsetzbare Einheit welche sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung jeweils 6 Punkte besitzt. Dafür bewegt sie sich „nur“ 3 Felder weit (sollte die Einheit über Straßen bewegen benötigt diese nur 1/3 der verfügbaren Bewegungspunkte). Aber um Städte zu belagern bzw. einzunehmen stehen Euch nicht die Infanterie zur Verfügung (sonst wär´s ja auch etwas fad) sondern auch Artillerie. Diese besteht am Anfang aus einfachen Katapulten (die, unter uns gesagt, auch als Infanterie gelten könnte da keine normale Infanterieeinheit das Katapult effektiv bekämpfen kann, und diese Einheit erst bekämpfen kann wenn man zumindest Reiten bzw. Ritterwesen erforscht hat), geht dann über auf die Kanoneneinheit (welche Schießpulver und dann Metallurgie benötigt) bis man dann am Schluss bei der Artillerieeinheit ist (diese benötigt dann zwar „unendlich“ viele Forschungen ist aber die wohl effektivste Artillerie im ganzen Spiel (12 Angriff ignoriert die Stadtmauern). Wem die Artillerie nicht sehr zusagt (die benötigten Forschungen für die Starken Artillerieeinheiten müssen ja trotzdem erforscht werden) der kann die Städte auch einfach mit Flugzeugen erobern (also Bombardieren, erobern wird dann die Infanterie). Dazu werden einfach die Technologien „Physik“, „Flugzeugbau“ (für die Jagdflugzeuge) und der „Fortgeschrittene Flugzeugbau“ (für die Bomber) benötigt. Diese Bombereinheiten haben 12 Angriff können 2 Runden in der Luft bleiben (anders als die Jagdflugzeuge diese können nur 1 Runde in der Luft bleiben) können nur von Jagdflugzeugen angegriffen werden, können aber im Gegenzug dessen alles andere Angreifen und haben eine Sichtweite von 2 Felder.

Ab und an kann es dann mal vorkommen dass Ihr von einer anderen Civilisation angesprochen werdet (entweder durch einen Diplomaten oder einfach per „Pop Up“, wobei der Erfasser des Artikels noch immer nicht verstanden hat warum die KI einfach mal aus dem nichts Diplomatie anfangen kann…). Nach dem Ihr ein paar Mal Diskjockey (siehe auch den nächsten Absatz) gespielt habt (Amiga Version) oder einfach gewartet habt bis sich das ganze  aufgebaut hat (Dosbox) seht Ihr dann endlich Euer gegenüber. An der Anzahl der Berater seht Ihr wie wohlhabend Euer Gegenüber ist, an der Kleidung erkennt Ihr seinen Technologischen Fortschritt. Je nachdem wie mächtig Ihr seid verhält sich auch das Gegenüber. Wenn Ihr die mächtigste Civilisation auf der Welt seid dann begegnen Euch die Anführer meistens mit Eifersucht und werden nichts unversucht lassen Euch mit Goldforderungen immer an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Solltet Ihr aber im Gegenzug die schwächste oder einer der schwächeren Civ´s sein dann kann es Euch passieren dass das Gegenüber Euch einfach mal so den Krieg erklärt (sollte der Anführer das Prädikat „Aggressiv“ haben) oder versuchen Euch zu helfen in dem man anbietet einfach mal Technologien zu tauschen (Ihr werdet immer irgendeine Technologie haben die die KI noch nicht hat), dies geht aber nur bei Anführer die Diplomatisch sind. Solltet Ihr mal einen Friedensvertrag gebrochen haben (entweder dadurch das Ihr eine Einheit unabsichtlich, ja das geht da die KI leider sehr oft einfach Eure Einheiten blockiert und Ihr somit dessen Einheit getötet habt) oder einfach aktiv den Friedensvertrag gebrochen habt. Langer Rede kurzer Sinn, die KI merkt sich dieses und selbst bei gemütlichen Anführer werdet Ihr untendurch sein.

Um Civilisation I heute noch zu spielen benötigt Ihr entweder eine DOSBOX und Civilisation oder einen WinUae Emulator und Civilisation. Nachdem Ihr Civilisation gestartet habt könnt Ihr Euch einen Grafikmodus aussuchen (solltet Ihr Eure dosbox.conf nicht angepasst haben könnt Ihr getrost VGA nehmen da Civilisation kein großartiges Grafikwunderwerk ist) und, nach entsprechender Auswahl, auch einen Musiktreiber. Bei der Dosbox könnt Ihr getrost den MIDI Sound aktivieren der sollte eigentlich immer funktionieren. Wenn Ihr Civilisation I auf dem Amiga Emulator spielen wollt (Siehe auch hier unser grandioses Tutorial für den WinUae: http://goo.gl/ehSW2z) dann solltet Ihr nicht den Amiga 500 nehmen weil Euch dort keine AGA Grafik beschert ist. Emuliert Euch in dem Falle lieber einen A1200 und genießt die AGA Grafik! Zu erwähnen ist auch noch das Ihr bei der Amiga Version (solltet Ihr keine anderen Disk Drive eingestellt haben) zum reinen Diskjockey werdet. Denn jede Grafik ist auf irgendwelchen Disketten untergebracht (oder um es zu verdeutlichen: Für den Diplomatie Bildschirm benötigt Ihr die Disketten 3 und 4 zum starten und Disk 1 um wieder zum Spielfeld zu kommen. Ja wir hatten damals nur die Amiga Version zuhause und ich hab diesen Absatz gerade aus dem Kopf rausgeschrieben *seufz*).