Amiga Emulation

Geschichte:

Über 25 Jahre ist es nun her seit der erste Amiga auf den Markt kam. Damals im Jahre 1985 wurde der AMIGA 1000 in Amerika auf den Markt gebracht. Da Commodore aber einen Image Verlust entgehen wollte, wurde der Amiga 1000 ohne den typischen Commodore Schriftzug versehen.  Der Geistige Vater hinter dem AMIGA war Jay Miller, der 1981 bei Atari ausgestiegen ist und seine eigene Firma Hi Toro gegründet hatte. Bis zur Erdenkung des Amigas verkaufte man Controller und Spielemodule an Atari, verheimlichte diesen auch das man in der Zwischenzeit schon an einem geheimen Projekt namens „Lorraine“ (dies ist der Codename des Amigas) arbeitete. Da Atari damals aber der Geldgeber von Amiga Technologies war, Jay Miller hat seine Firma umgetauft, wollte der damalige CEO von Atari den Amiga als Nachfolgeprodukt der angeschlagenen XL Serie haben. Am 2. Juni 1984 verkaufte Warner Communications, die infolge des Zusammenbruches der Videospielbranche Atari kauften, die Video und Computerabteilung an Jack Tramiel, der in der Zwischenzeit von Commodore entlassen worden war. So versuchte Tramiel den Amiga zu kaufen und bot den Aktionären 98cent pro Aktie. Commodore, unter dem jetzigen CEO Irving Gould, bot aber kurz vor dem Ende der Frist 4,25 Dollar pro Aktie und bekam den Zuschlag. Commodore hatte sich aber verkalkuliert und überboten sich schlussendlich selbst. Jedenfalls wurde das erste Amiga Modell, der Amiga 1000, am 23 Juli 1985 in einer großen Show angekündigt.

Emulator:

Da es aber nun vermutlich nicht mehr so viele Leute gibt die noch einen originalen Amiga bei sich zuhause stehen haben, haben nun findige Entwickler Amiga Emulatoren programmiert. Wir wollen uns heute einfach mal mit dem Amiga Emulator WinUae beschäftigen.

Beim ersten Start des Emulator wird man feststellen dass der Emulator noch keine ROM Dateien gefunden hat. Diese Rom benötigt aber der Emulator um den entsprechenden Amiga zu starten. Sollte man diese Roms nicht haben, kann man diese über die Cloanto Amiga Forever sich kaufen, es gäbe noch den Weg das man einen originalen Amiga  per Serielle Schnittstelle verkabelt und dann das Programm Cross Dos benutzt um Diskettenabbilder zu bekommen.

Hat man nun die erforderlichen Roms beisammen, müssen diese unter dem Reiter Paths -> System Roms nur noch eingebunden werden. Danach kommt eine TextBox die anzeigt für welchen Amiga welches Betriebssystem verfügbar ist. Außerdem kann man in den Paths Einstellungen noch angeben wo das Programm am besten die einzelnen Konfigurationen ablegen soll. Sollte man nicht gerade ein Amiga Enthusiast sein kann man die Option Video, Screenshots getrost vergessen.

Nun ist es an der Zeit eine ordentliche Konfiguration zu erstellen und diese natürlich auch zu speichern!

 

 

Konfiguration erstellen:

Zuerst sollte man wählen mit welchen Amiga man arbeiten will. Dies geschieht unter Quickstart. Die meisten Amiga spiele vor 1993 sind am kompatibelsten mit dem Amiga 500 bzw. Amiga 500+ und dem Amiga 1200.  Wenn man wirklich mit dem Amiga noch arbeiten sollte man den Amiga 4000 wählen.

Wir wählen uns für unsere Beispielkonfiguration einfach den Amiga 1200 aus. Als Configuration können wir noch 4mb Fast RAM dazu tun, wenn wir den Fast RAM dazu tun, wird es unteranderem dazu kommen das Spiele, die noch auf dem Amiga 500 funktionieren, entweder zu schnell laufen oder einfach abstürzen. Auch wenn es im Amiga OS eine Funktion gibt die das umgeht, wählen wir „4MB Fast Ram expanded Configuration“ aus. Weiter geht’s mit den Diskettenlaufwerken. Da es etwas mühsam ist mit nur einem Diskettenlaufwerk z.b.: Monkey Island 2 zu spielen machen wir ganz einfach ein Häkchen bei „Floppy Drive DF1“. Somit haben wir dann auch einen Vorteil beim Amiga OS installieren da das Setup neben der Installer Diskette auch die Locale Diskette braucht um z.b.:  das Deutsche Setup zu laden. Nachdem wir dies getan haben, lassen wir den Tab „Configurations“ aus, und widmen uns dem „CPU und FPU“ Tab. Da der 1200er nur mit einer 68020 und einer 68040er CPU auskommt. Können wir auch nur diese beiden auswählen.

Exkurs:

Klar wäre es durch den Emulator möglich auch eine 68000 CPU einzubauen aber wer will das schon. Sollte man das ausprobieren, müsste man zuerst unter „ROM“ eine ROM auswählen die mit einem 68000 kompatible wäre (also alles unter der Kickstart 2.04) und dann den Amiga starten. Alles was aber passieren wird ist, das sich der Amiga andauernd neustartet.

Wir wählen natürlich eine 68040 CPU aus und wählen unter „FPU“ None aus. Alle Verrückten können nun auch im CPU Tab unter „CPU Frequenzy“ eine Einstellung wählen. Als Standard wird vorgeschlagen „A1200“ was aber auch klar ist da wir ja gerade so einen einrichten. Mit der Option „A500“ wird sozusagen die CPU Leistung halbiert, so haben wir dann 7Mhz aber 500er Spiele laufen dann auch ordentlich auf dem 1200er. Danach haben wir noch die Option 2x. Soll heißen: 2x die ausgewählte CPU. Und dann gibt es da noch „Custom“, was diese macht muss ich ja nicht erklären, oder?

 

Für alle die den oberen Absatz übersprungen haben: Macht nix, ein normaler Mensch der einfach nur am Amiga spielen will braucht keine Einstellungen an der CPU machen. Nachdem wir die CPU eingestellt haben, geht es nun weiter zum Chipsatz. Also wählen wir den Reiter „Chipset“. Der Amiga hatte in seiner Geschichte insgesamt 3 Chipsätze. Die erste Generation von Amigas hatte noch den OCS (Original Chip Set), Amiga 500+, 600, 3000 und dem CDTV hatten den ECS (Enhanced Chip Set) und die „neu erste“ Generation der Amiga (1200, 4000 und CD32) hatten den AGA Chipsatz (Advanced Graphics Architecture) somit wählen wir bei unserem 1200er natürlich den AGA Chipsatz aus.  Weiter geht’s zum ROM. Der originale 1200er hatte die Kickstart Nummer 40.68 also suchen wir uns genau diese aus der Rom Liste raus. Sobald wir das haben gehen wir weiter zum RAM.

 

 

Beim RAM können wir alles so lassen wie der Emulator es eingestellt hat. Deswegen gehen wir nun weiter zu den „Floppy Drives“

Installation des Betriebssystems:

Besitzer der Cloanto Amiga Forever Box können sich diesen Schritt nun sparen da es schon ein Vorbereitetes Amiga OS gibt und diese beiden Verzeichnisse nur mehr eingebunden werden brauchen!

Im Menüpunkt angekommen können wir nun unsere Workbench Disketten einlegen (Diese bekommt man dazu wenn man die Cloanto Amiga Forever sich holt). Ins DF0 (welches beim Originalen Amiga das Interne Disketten Laufwerk war) legen wir nun die Workbench 3.1 Install Diskette ein. Ins DF1 Laufwerk legen wir die Locale Diskette ein, damit die Installation auch in Deutsch vorgenommen werden kann. Nachdem dies getan ist können wir auch schon zum nächsten Punkt gehen den „Hard Drives“.

Für die Cloanto User: Unter „Add Directory or Archive“ einfach den System Ordner als DH0 einbinden. Und den Work Ordner als DH1.

Nun können wir uns entscheiden ob wir das Betriebssystem einfach in einen beliebigen Ordner auf unserer Festplatte speichern oder ob wir das Betriebssystem in eine Datei schreiben lassen. Wir entscheiden uns, der Einfachheit halber, dass wir das OS in ein Directory packen. Deswegen klicken wir nun auf den Button „Add Directory or Archive“. Geben bei „Device Name“ DH0 ein (dies ist die erste Festplatte im System auf dessen wir auch das OS installiert), sagen als „Volume Label“ System und wählen unter „Select Directory“ einen Speicherplatz für das ganze aus.

Nun können wir den Amiga unter Configurations speichern. Sobald wir dies getan haben starten wir einfach den Amiga mit Start. Der Amiga sollte nun starten und nach einiger Zeit sollte dann der Workbench Bildschirm kommen.

Nun sollte man 4 Icons sehen. Das mittlere Icon sollte die Festplatte mit dem Namen „System“ sein. Wenn wir nun einen Doppelklick auf „Install 3.1“ machen laden wir sozusagen die Diskette. In den Schubladen (entspricht den heutigen Ordnern) „HD Tools“ und „HD Setup“ können wir, falls wir eine richtige Festplatte eingebaut hätten, eine Festplatte partitionieren. Da wir aber keine richtige Festplatte eingebaut haben bleibt uns nichts anderes über als auf „Install“ doppelzuklicken. Da wir das OS ja nicht in Englisch oder Italienisch installieren wollen, es sei denn es mag jemand, wählen wir Deutsch aus. Diejenigen die die Locale Diskette nicht reingetan haben ins zweite Diskettenlaufwerk werden nun aufgefordert die Locale Diskette einzulegen. Nach einer kurzen Wartezeit erscheint dann ein Dialog der uns sagt dass wir mit diesem Setup das OS installieren. Mit einem Klick auf Weiter geht’s, nun ja, weiter. Der nächste Dialog fragt uns dann nochmals ob wir Version 3.1 installieren wollen oder einfach nur vorhandene Sprachen in einer vorhandenen Installation aktualisieren wollen. Da ja noch kein Betriebssystem auf der Festplatte ist wählen wir „Version 3.1 installieren“. Nun kommt die Auswahl ob wir jede Aktion automatisch bestätigen wollen oder nicht. Wir wählen in dem Falle einfach mal Einsteiger da das Setup auch alleine seine Arbeit sehr gut macht. Nun kommt ein Dialog Fenster welches uns fragt welche Sprachen mit installiert werden sollen. Indem falle installieren wir einfach mal Deutsch und klicken auf Weiter. Standartmäßig wird nämlich neben der hier getroffenen Auswahl nämlich auch Englisch mitinstalliert. Den Dialog mit den Druckertreiber können wir getrost überspringen da die Treiber alle so alt sind das sie keinen heutigen Drucker mehr unterstützen werden. Jetzt kommt eins der wichtigsten Sachen. Die Tastaturbelegung. Diese ist nicht nur ausschlaggebend mit welcher Tastaturbelegung man unter dem Betriebssystem arbeitet sondern hat auch teilweise Auswirkungen auf manche Spiele.

 

 

Sobald wir auf Weiter gedrückt haben startet auch die Installation. Nacheinander werden nun die  Workbench Diskette die Extras Diskette, Fonts Diskette, Storage Diskette und ganz am Schluss dann wieder die Install Diskette. Nun ist die Installation fertig und nachdem die Disketten aus den Diskettenlaufwerken rausgenommen haben, starten wir den Amiga per Weiter neu.

Amiga Einstellungen anpassen:

Nun kümmern wir uns um die Einstellungen. Dazu machen wir einen Doppelklick auf „System“. Dann auf „Prefs“ und suchen uns zuerst „Locale“ heraus. Da drinnen werden die Sprachen des Betriebssystems eingestellt. Unter den verfügbaren Sprachen sollten nun zwei Sprachen zur Auswahl stehen, Deutsch und English. Unter der Landesauswahl kann auch das Land ausgewählt werden, sowie rechts davon die Zeitzone. Dies hat aber nur Auswirkungen auf das Uhr Programm des Betriebssystems. Mit einem Klick auf Speichern ist alles erledigt!

Jetzt sind es nur mehr 2 Icons bis das Betriebssystem eingerichtet ist. Das eine Icon wäre „Input“. Es kontrolliert sozusagen mit welcher Tastaturbelegung und mit welcher Verzögerung Buchstaben eingegeben werden. Wenn man nicht unbedingt mit der Englischen Tastaturbelegung arbeiten will kann man hier diese auf Deutsch umstellen. Mit einem Klick auf Speichern kommen wir nun zu den letzten Einstellungen.

Diese sind zwar Optional aber so eine grau in grau gehaltene Workbench sieht auch nicht sehr schön aus. Deswegen kann man mit „WBPattern“ sich ein Muster aussuchen. Wenn alles fertig eingestellt ist mit Speichern beenden.

 

Eine kleine Anmerkung noch. Wie oben beschrieben kann es sein das durch den Fast RAM 500er Spiele sehr schnell oder gar nicht laufen. Dazu gibt es ein Programm. Dieses findet man unter System -> NoFastMEM  (das Symbol mit dem Hasen drinnen). Damit ist es möglich auch 500er Spiele zum Laufen zu bekommen. Sobald man den Amiga neustartet steht einem der ganze RAM dann zur Verfügung.

 

Ich hoffe ihnen hat das Tutorial geholfen und auch Spaß gemacht diesen „Brocken“ zu lesen. Sollten Sie irgendwelche Fragen / Wünsche / Anmerkungen haben, dann schicken Sie mir doch einfach eine E-Mail oder schreiben Sie diese doch in unsere Kommentarbox J

Zum Schluss noch ein kleines „Schmankerl“. Hier in dieser Tabelle sind alle CPU der Amiga Modelle aufgelistet samt Kompatiblen Rechner. Ich hoffe dass diese Tabelle ihnen weiter helfen kann J

 

Mario Zehner